Käthi Baader, Eric Hub, Adrian Schäublin, Doris Fullin, Achim Reichmann
Zwischen der «Cathedrale de Geneve» und der Kathedrale in Den Haag wird unsere Gelterkinder Kuhn Orgel aus dem Jahr 1970 revidiert. Für die Firma Klahre ist sie mit ihren 21 klingenden Stimmen eine eher kleine Orgel. Ohne grössere unerwartete Überraschungen sollte der Zeitplan eingehalten werden.
Hauptgebiet der Firma ist der Neu- und Ausbau. Neue Orgeln entstehen vor allem in Skandinavien. Anders auch im Stadtcasino Basel, wo die Orgel mit einem 4. Manual ergänzt wurde. Viel Neues an Elektronik wird heute oft eingebaut, z.B. Videoschnittstellen, etc. Aber auch der Einbau von Hybridorgeln, wie in der katholischen Kirche in Gelterkinden, sind teilweise Thema, bergen aber andere Problematiken, wie die unterschiedliche Verstimmung.
Begonnen wurden die mehrwöchigen Arbeiten mit dem Spielen der Orgel und genauem Hinhören. Die Orgel wird jetzt Stück für Stück zerlegt und wieder eingebaut. Einige Arbeiten, wie die Vorverkabelung, das Reinigen der einzelnen Tasten und das Fertigen und Anpassen einzelner Holzbauteile, nehmen die beiden Orgelbauer in ihrer Werkstatt in Basel vor. Das meiste jedoch passiert vor Ort im Kirchenraum oder draussen vor der Kirche. Neu erhält die Orgel statt pneumatischer Bälge, Schleifenzugmagnete. Die Bedienelemente bleiben alt, werden jedoch durch modernere Elemente unterstützt, Sicherheiten wie «Funkenlöscher» eingesetzt. Die Orgel soll vor allem auch bedienerfreundlicher werden und somit leichter zu spielen sein. Wir werden hören, was unsere genialen OrganistInnen dazu sagen werden, wenn diese ab Ende September wieder spielbar ist.

Merken Sie sich schon heute das Orgelkonzert zur Einweihung nach der Revision am Freitag, 16. Oktober um 19.00 Uhr vor. Adrian Schäublin und sein Gast werden spielen!
Die 1244 Orgelpfeifen dürfen übrigens nie ohne Handschuhe berührt werden! Der Schweiss an den Händen hinterlässt fast nicht zu reinigende Flecken. Die Pfeifen bestehen aus Metall und einige aus Tannenholz. Die Legierung Zinn/Blei variiert anteilsmässig, ein höherer Bleianteil ergibt mehr Tiefe und einen weicheren Klang, Alle anderen Holzteile im Innenbau sind aus Eichenholz.
Die Orgel wird anschliessend an die verschiedenen Revisionsarbeiten mehr Power im Bass haben. Am «Sound» der Orgel kann und möchte man nicht viel ändern, am eher sanfteren Klang wird festhalten.
Beide bei uns arbeitenden Orgelbauer, Achim Reichmann und Michael Klahre, haben diesen Beruf als Erstberuf erlernt und arbeiten schon jahrzehntelang in diesem Bereich.
Wollen auch Sie Orgelbauer werden? Eine Ausbildung beinhaltet zuerst einmal viel Schreinerwissen- und Handwerk. Mechanik und Elektrik und immer mehr Elektronik ist gefragt, während dasMusikalische dabei vielleicht etwas zu kurz kommt.



